Werkstatt für Röhrenverstärker in München

Dipl.-Ing. Thomas Huber

Reparatur Restauration Klangforschung
Verzerrertechnik Manufaktur für Außergewöhnliches


Amp Modifikationen: funktionelle Erweiterungen





Framus Dragon - Einbau eines Leistungsreglers für lautstärken-unabhängige Endstufensättigung. Auch Post-Phase-Inverter-Master-Volume(PPIMV) genannt. Diese Technik wurde schon sehr früh in den Orange-Amps verwendet. Damit erhält man eine bequeme Art der Endstufen-Übersteuerung.

Auch sehr zu empfehlen für sonst eher cleane Amps ohne Master-Volumen. Hier läßt sich mit dem Preamp-Volume eine angenehme und cremige Verzerrung aus der Endstufe entlocken. Mit dem Leistungsregler wird dann die gewünschte Lautstärke eingestellt, so ist auch spritzige Endstufen-Übersteuerung bei Zimmerlautstärke möglich.



Solo-Lautstärke (fußschaltbar) nachrüsten, am Beispiel eines Marshall JCM2000 DSL.
Hier wird ein extra Volumen-Poti eingebaut, mit dem eine Lautstärke-Anhebung zur Master-Lautstärke eingestellt werden kann. Das Ganze ist per Fußschalter abrufbar. Sehr praktisch für Soli.



Für den Fender Twin Reverb und verwandte Fender-Modelle existieren einige nützliche Mods.

  • Blackfacing. Der Ton der guten alten Fender Amps aus der Blackface-Ära(schwarze Frontplatte) der 60er Jahre gilt als einer der besten Clean-Sounds die es gibt. Mit dem "Blackfacing" eines Silverface-Modells(silberne Frontplatte) kann dieser alte Ton wiederhergestellt werden. Der Ton wird dabei glockiger, straffer und weniger mulmig in den Bässen. Die Reaktion des Amps auf den Saitenanschlag wird auch direkter und schneller empfunden. Dieser Klang läßt sich - entgegen landläufiger Meinung - bei allen Silverface-Modellen weitgehend erreichen !
  • Vibrato-Klicken beseitigen. Wer einen alten Fender Amp besitzt und mal das Vibrato eingeschaltet hat der kennt das: der Vibrato-Effekt erzeugt als Nebenprodukt ein hörbares Klicken auf dem Lautsprecher, welches unter Umständen auch nervtötend sein kann. Dem kann abgeholfen werden mit einem kleinen Kondensator, der in den Oszillator eingebaut wird. Der Vibrato-Effekt wird davon in keinster Weise klanglich beeinflußt.
    P.S: Rein technisch betrachtet ist der "Vibrato"-Effekt der Fender Amps in Wirklichkeit ein Tremolo-Effekt.
  • Reverb-Brummen beseitigen. Bei Aufdrehen des Reverb-Effekts wird auch das Grundbrummen lauter. Dabei handelt es sich bei älteren Fender Verstärkern um eine Schwäche im Schaltungsdesign die sich beheben läßt.
  • Lange Nachhallzeit verringern. Mancher Federhall klingt sehr lange nach und das hört sich dann sehr künstlich an. Der Halleffekt läßt sich dann nur schlecht dazumischen. In so einem Fall modifiziere ich den Hall, so daß dieser richtig nach Raum und schön natürlich klingt.
    Läßt sich auch gut an neueren Amps z.B. Fender Hot Rod Deluxe machen.




Sovtek MIG 50: Einbau eines parallelen und regelbaren Effektweges (Dry-Wet-Überblendung). Der Effektweg wurde gepuffert ausgeführt für die Nutzung beliebiger Effektgeräte zwischen Preamp und Endstufe.
Der Preamp kann so ohne Effekte davor zu schalten direkt von der Gitarre gespeist werden - so bleibt die Interaktion zwischen Gitarre und Eingangsstufe des Verstärkers erhalten.

Außerdem erhielt der Amp einen Umschalter für Triodenbetrieb der Endstufe. Dieser Betriebsbmodus klingt sowohl Clean als auch in Sättigung gespielt wärmer. Die Endstufe fährt dabei auf halber Leistung.



Ein lustiges kleines Projekt: Federhall nachrüsten bei einem Fender Champ 600.
Hierzu war die kürzeste Hallspirale nötig, die Accutronics anzubieten hat ;-)